Nabelschnurblutspende

 

Bereits seit einigen Jahren machen meine Kolleginnen und ich im St.Rochus-Krankenhaus die Nabelschnurblutspende in Zusammenarbeit mit dem Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie Mannheim. Das Dieburger Krankenhaus ist das erste Krankenhaus in Hessen, dass an diesem Verfahren teilnimmt. Hierbei wird nach der Geburt des Kindes und der Abnabelung aus der Nabelschnur das Restblut, das sonst mitsamt der Nachgeburt (Plazenta) verworfen werden würde, entnommen und zusammen mit der Einverständniserklärung der Mutter und 4 Blutröhrchen der Mutter nach Mannheim geschickt. Dort wird nach entsprechender Reinigung und Untersuchung ein sog. Stammzellpräparat gewonnen, dass nach entsprechender Lagerung in die internationale Vermittlungsstelle (Spendedatei) aufgenommen werden kann, sofern natürlich verschiedene Kriterien erfüllt sind. Dort steht es dann international allen Kliniken zur Verfügung, die für leukämiekranke Kinder Stammzell-Präparate suchen, um die Krebserkrankung zu behandeln.
Das Abnehmen des Plazentarestblutes ist natürlich an eine entsprechende Aufklärung der Eltern gebunden, sowie an eine Einverständniserklärung. Erst dann dürfen wir das Blut aus der Nabelschnur abnehmen, was übrigens das Kind und den Geburtsvorgang in keiner Weise beeinträchtigt.
Mit dieser, wohlgemerkt anonymen, Fremdblutspende kann man einen sinnvollen Beitrag zur Behandlung leukämiekranker Kinder leisten. Fremdblutspende bedeutet hier, dass das abgenommene Blut nicht für das eigene Kind verwendet wird, sondern anderen Kindern zugute kommt. Trotzdem oder gerade deshalb ist eine solche Blutspende sinnvoll. Entgegen wissenschaftlicher Behauptungen von versch. Firmen, die Eltern von der Notwendigkeit einer Eigenblutspende überzeugen wollen, liegen die Heilungschancen leukämiekranker Kinder mit einer Fremdspende wesentlich höher. Also kann es auch für ihr eigenes Kind wichtig sein, dass eine solche Plazentastammzelldatei besteht und auch entsprechend gut bestückt ist.
Wir Hebammen bekommen übrigens für diese zusätzliche Arbeit kein Geld, wir arbeiten ehrenamtlich mit. Unser Motto im Dieburger Kreißsaal ist hierbei: Wenn wir nur einem Kind mit dieser zusätzlichen Arbeit helfen konnten, hat sich alle Anstrengung schon gelohnt.

Wenn Sie nähere Informationen zu diesem Thema möchten, wenden sie sich an mich, telefonisch, per E-Mail oder persönlich.